Chile
Chiles Weine erfreuen sich im Laufe der letzten Jahre immer mehr und mehr der Beliebtheit des europäischen Weinkenners. Chile ist zusammen mit Argentinien das größte weinproduzierende Land Südamerikas mit einer Produktionsfläche von über 120.000ha.
Die besten Weinanbaugebiete Chiles lassen sich
überwiegend im fruchtbaren Zentraltal in der unmittelbaren Nähe von Santiago de Chile in den Regionen Maipo und Rapel finden, oder aber unweit von Casablanca an der pazifischen Küste, wo Chiles beste Weißweine zu finden sind.
Chile erfährt durch seine Lage eigentlich ein rein äquatoriales Klima. Aufgrund des Einflusses des pazifischen Humboldt-Stromes aber, kühlt dieser das Klima auf nahezu europäische oder kalifornische Verhältnisse ab, weshalb in den Anbaugebieten die mittleren, gemäßigten Klimazonen vorzufinden sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hoch qualitative Rebsorten auf den eher kargen Vulkanböden, welche fast ausschließlich künstlich bewässert werden müssen, so hervorragend gedeihen.
Des Weiteren ist es ein enormer Vorteil, das Chile das einzige weinanbauende Land der Erde ist, welches weniger Probleme mit den uns so gut bekannten Schädlingen hat. So hat es in der ganzen Geschichte des Weinanbaus noch niemals einen Befall von Reblaus oder falschem Mehltau in ganz Chile gegeben.
Die eigentlichen Wurzeln des Weinanbaus reichen zurück bis ins 16te Jahrhundert, wobei allerdings erst um 1850 mit dem Weinanbau nach moderneren Methoden begonnen wurde. Im 19ten Jahrhundert siedelten französische Winzer samt Ihren Reben in Chile und fanden andere aber ebenso interessante und nicht weniger gute Klima- und Bodenverhältnisse wie in Ihrer Heimat vor. Trotzdem dauerte es noch bis Anfang der 80er Jahre dieses Jahrhunderts, bis Weltmarktniveau erreicht wurde und die Exportzahlen in den folgenden Jahren explosionsartig anstiegen. Nicht zuletzt waren es aber die zahlreichen ausländischen Investoren wie Rothschild oder Larose Trintaudon, welche den enormen Produktions- und Qualitätsanstieg in dieser Zeit beeinflussten.
Im Laufe der folgenden Jahre setzten sich überwiegend Weine der Sorten Cabernet Sauvignon, Pais oder Merlot bei den roten Trauben durch, wobei bei den weißen der Chardonnay und Sauvignon blanc den Hauptanteil bilden. Heute werden auch Rebsorten angepflanzt, welche in der Vergangenheit so gut wie keine Beachtung gefunden hatten, wie beispielsweise Syrah oder Pinot noir.
Also wenn Sie gute Weine schätzen, dann probieren Sie doch mal einen europäischen Wein aus Südamerika, ohne lange Reisen betsellen im Weinshop!