Sardinien
Mit 24.090 km² Fläche und 1,65 Millionen Einwohnern ist Sardinien eine - mit ihren Vorgelagerten Inseln- autonome Region vor der westlichen Küste Italiens. Wegen seinen mediterranen Klima ist Italien bestens für den Weinanbau geeignet. Zwar ist Sardinen hinsichtlich der Temperatur dafür auch geeignet, doch kämpf man hier gegen
die Trockenheit und den, vor allem im Winter, auftretenden Stürmen. Deswegen hat man Wein früher nur spärlich, jedoch mit einem stark ausgeprägten Traditionsbewusstsein, angebaut und wurde, wegen den technologischen Neuheiten im Bereich der Agrarwirtschaft, erst in den 70er Jahren flächenmäßig erweitert. Zuvor exportierte man den Wein ins Ausland, um ihn dort zu verschneiden. Das heißt, er diente zur Verfeinerung blasser Weine, die durch die sardinischen Trauben mehr Aroma, Farbe und Alkoholgehalt bekamen.
Heutzutage wird auf ca. 43000 ha bis zu zwölf verschiedene Weinsorten angepflanzt, die sich allesamt mit ihren eigenen Geschmack und Charakter auszeichnen können. Die bekannteste Weinrebe ist die Cannonau-Rebe. Zwar fehlt noch der endgültige Beweis, doch spekulieren Forscher, dass es sich hierbei um die älteste Rebe des Mittelmeerraumes handelt. Das würde bedeuten, dass man schon 1200 v. Chr. mit den Anbau begonnen hat. Mit knapp 240.000 ha Rebfläche in den südlichen Regionen Europas, USA und Australien ist diese Sorte weltweit auf Platz vier der bevorzugten Weinreben. In Sardinen ist es die wichtigste rote Weinsorte. Es ist ein eher blasser Rotwein, welcher durch seine samtige Weichheit, seiner Fruchtigkeit und seinem üppigen Alkoholgehalt hervorsticht. Monica di Sardegna ist der Name eines weiteren Rotweines, welcher schon lange auf Sardinien beheimatet ist. Dieser besitzt ein kräftiges Rot und setzt sich neben einem guten Bouquet auch mit seiner Gaumenfreundlichkeit durch. Weitere Rebsorten mit roten Trauben sind Monica, Cagnulari, Mandrolisai, Barbera Sardo und Nebbiolo. Bezüglich der Weißweine wird die Vernaccia di Oristano zu der beliebtesten Rebe gezählt und wird in allen Regionen Sardiniens angebaut. Man kann sie als sehr reine Weinsorte bezeichnen, da sie nicht verschnitten werden darf. Der Alkoholgehalt beträgt 15-17% vol. und zählt somit zu den stärkeren Weißweinen. Dem Genießer erwarten ein bernsteinfarbiges Aussehen und ein intensiver Geschmack. Unter den bedeutendsten Weißweinen befindet sich Vermentino di Sardegna, welcher erst spät, nämlich 1988, seine Denominazione di origine controllata (DOC), eine Qualitätssicherung Italiens, erhalten hat. Zu erkennen ist dieser an einer strohgelben Farbe, einem delikatem Duft und einem exotisch fruchtigen Aroma. Aus den Reihen der Weißweine gibt es zum Beispiel noch Torbato, Nuragus und Vermentino, welche insgesamt eine hohe Beachtung unter den Kennern und Gourmets genießen.
Neben den vielen Weinbaugebieten gibt es an den Küsten wunderschöne Strände mit türkisblauem Wasser, in man hervorragend tauchen und somit die Unterwasser Sardiniens bestaunen kann. Aufgrund des teilweise heftigen Windaufkommens sind ideale Bedingungen geschaffen für (Wind-)Segler. Sehenswürdigkeiten kultureller Natur sind auf der ganzen Insel verstreut. Meistens handelt es sich hierbei um antike Ruinen der Römer, die auf Sardinien ihre Spuren hinterlassen haben. Tharros an der Westküste in der Nähe von Oristano und südlich Nora bei Pula sind beides Ausgrabungsstätte, die die archetektonischen Errungenschaften der damaligen Einheimischen festhalten. Somit ist Sardinien nicht nur ein Reiseziel für Weinkenner, sondern auch für Menschen, die sich ebenso entspannen wie weiterbilden wollen.